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C5:2026 und Post-Quanten-Kryptographie: So bereiten Sie Ihren Nachweis vor

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Reicht ein Penetrationstest für den PQC-Nachweis nach C5:2026?

Nein. C5:2026 verlangt für Post-Quanten-Kryptographie ein dokumentiertes Krypto-Inventar, eine Risikobewertung und einen terminierten Migrationsplan. Ein Penetrationstest liefert dafür wertvolle technische Einzelbefunde, ersetzt aber weder die Inventarisierung noch die Nachweisdokumentation, die ein Auditor verlangt.

Mit C5:2026 hat das BSI erstmals konkrete Anforderungen zur Post-Quanten-Kryptographie (PQC) in seinen Kriterienkatalog aufgenommen. Für Unternehmen, die eine C5-Zertifizierung anstreben oder aufrechterhalten, stellt sich damit die Frage, wie sich kryptographische Zukunftssicherheit prüfbar und nachweisbar machen lässt und welche Rolle technische Prüfungen wie Penetrationstests dabei tatsächlich spielen.

Was C5:2026 im Bereich PQC tatsächlich fordert

Post-Quanten-Kryptographie wird in C5:2026 erstmals explizit adressiert, allerdings nicht als eigenständiger, neuer Themenbereich. Die 17 Themengebiete des Katalogs bleiben unverändert; PQC wird innerhalb der bestehenden Domäne „Kryptographie und Schlüsselmanagement (CRY)“ behandelt, konkret in den erweiterten Anforderungen zu Verschlüsselung und Krypto-Governance. Konkret erwartet der Katalog von Unternehmen, dass sie:

  • eine Bestandsaufnahme kryptographischer Verfahren im gesamten Scope durchführen,
  • Risiken durch quantencomputerbasierte Angriffe auf bestehende Kryptographie bewerten,
  • einen nachvollziehbaren Migrationsplan in Richtung quantenresistenter Algorithmen entwickeln und dokumentieren,
  • sowie die Umsetzung oder zumindest den geplanten Übergang zu quantenresistenten Verfahren nach Stand der Technik belegen können.

Diese Anforderungen sind grundlegend architektonischer und dokumentarischer Natur. Sie betreffen Governance-Strukturen, Krypto-Inventarisierung und strategische Planung, nicht primär die technische Angriffsoberfläche.

Was ein Penetrationstest leisten kann und was nicht

Ein Penetrationstest ist ein wertvolles Instrument zur Identifikation technischer Schwachstellen. Er simuliert reale Angriffe auf Systeme, Netzwerke und Anwendungen und liefert konkrete Erkenntnisse über ausnutzbare Sicherheitslücken. Im Kontext klassischer kryptographischer Schwächen, etwa fehlerhafter TLS-Konfigurationen, schwacher Cipher Suites oder unsicherer Protokolle, kann ein gut konzipierter Pentest durchaus relevante Befunde erzeugen.

Was ein Penetrationstest jedoch nicht leisten kann:

  • Er prüft keine strategische Krypto-Governance oder dokumentierte Migrationspläne.
  • Er bewertet nicht, ob eingesetzte Verfahren gegenüber Quantenangriffen langfristig resistent sind.
  • Er ersetzt keine strukturierte Krypto-Inventarisierung, die als Grundlage für einen C5-Nachweis dient.
  • Er erzeugt keine prüfbaren Belege im Sinne des C5-Anforderungsrahmens.

Kurz gesagt: Ein Penetrationstest adressiert die Gegenwart. PQC-Nachweise adressieren die nachweisbare Vorbereitung auf die Zukunft.

Was der C5-Nachweis im PQC-Kontext wirklich erfordert

Um die PQC-Anforderungen des C5:2026 prüfungsfest abzubilden, sind mehrere Maßnahmen erforderlich, die ineinandergreifen müssen.

1. Kryptographisches Inventar

Unternehmen benötigen eine vollständige, dokumentierte Übersicht aller eingesetzten kryptographischen Verfahren, aufgeschlüsselt nach Systemen, Protokollen, Schnittstellen und Datenkategorien. Dieses Inventar bildet die Grundlage für jede weitere Risikobewertung und Migrationsplanung.

2. Risikobasierte Bewertung

Auf Basis des Inventars ist zu bewerten, welche Verfahren durch Quantenangriffe gefährdet sind, wie kritisch die betroffenen Systeme und Daten sind und welcher Handlungsbedarf sich daraus ableitet. Diese Bewertung muss dokumentiert und nachvollziehbar sein.

3. Migrationsplanung mit Zeitplan

C5:2026 erwartet keine vollständige Migration zum Prüfungszeitpunkt, wohl aber einen glaubwürdigen, priorisierten und terminierten Plan. Dieser Plan sollte zeigen, welche Systeme in welcher Reihenfolge auf quantenresistente Algorithmen umgestellt werden, etwa auf ML-KEM (FIPS 203) und ML-DSA (FIPS 204), die von NIST standardisierten Nachfolgeverfahren von CRYSTALS-Kyber und CRYSTALS-Dilithium. Das BSI empfiehlt in seiner technischen Richtlinie TR-02102-1 daneben auch weitere quantenresistente Verfahren, sodass sich ein Migrationsplan nicht ausschließlich auf NIST-Standards stützen muss, sondern sich am jeweiligen Stand der Technik orientieren sollte.

4. Integration in das ISMS

PQC darf kein isoliertes Projekt sein. Die Anforderungen müssen in das bestehende Informationssicherheitsmanagementsystem eingebettet sein, mit klar definierten Verantwortlichkeiten, Überprüfungszyklen und Eskalationswegen.

5. Nachweisführung für die Prüfung

Auditoren erwarten prüfbare Belege: Richtlinien, Inventarlisten, Risikobewertungen, Protokolle, Freigaben durch das Management. Ein Penetrationstestbericht allein erfüllt diese Anforderungen nicht.

Diese vier Bausteine einzeln aufzusetzen ist machbar, sie im Zusammenspiel prüfungsfest zu dokumentieren ist der eigentliche Aufwand. Wir haben dafür einen Ansatz entwickelt, der Krypto-Inventar, Risikobewertung und Migrationsplanung direkt auf die C5-Prüfungslogik ausrichtet. In einem Kennenlerngespräch zeigen wir Ihnen, wie das für Ihr Unternehmen konkret aussieht.

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Die Rolle des Pentests im Gesamtbild

Das bedeutet nicht, dass Penetrationstests im C5-Kontext irrelevant sind. Im Gegenteil: Technische Prüfungen, die auf kryptographisch schwache Konfigurationen, veraltete Protokolle oder fehlerhafte Implementierungen hinweisen, liefern wertvolle Inputs für das kryptographische Inventar und die Risikoanalyse. Sie sollten jedoch als ergänzendes Instrument verstanden werden, nicht als Ersatz für die konzeptionelle und dokumentarische Arbeit, die PQC-Nachweise erfordern.

Einen umfassenderen Vergleich der bisherigen C5:2020-Anforderungen mit C5:2026 finden Sie in unserem Beitrag C5:2026 vs. C5:2020.

Glossar
  • ML-KEM (FIPS 203): NIST-Standard für ein quantenresistentes Schlüsseleinkapselungsverfahren, hervorgegangen aus CRYSTALS-Kyber.
  • ML-DSA (FIPS 204): NIST-Standard für ein quantenresistentes Signaturverfahren, hervorgegangen aus CRYSTALS-Dilithium.
  • Krypto-Agilität: Die Fähigkeit einer IT-Umgebung, kryptographische Verfahren ohne größeren Architekturaufwand auszutauschen.
  • Krypto-Inventar: Dokumentierte Übersicht aller im Unternehmen eingesetzten kryptographischen Verfahren, Protokolle und Schlüssel.
  • Harvest-now-decrypt-later: Angriffsstrategie, bei der heute verschlüsselte Daten abgegriffen werden, um sie erst mit künftiger Quantentechnologie zu entschlüsseln.
  • CRY-Domäne: Themengebiet „Kryptographie und Schlüsselmanagement“ im C5-Kriterienkatalog, in dem die PQC-Anforderungen verortet sind.

Kostenloses Kennenlerngespräch vereinbaren

Die PQC-Anforderungen von C5:2026 sind neu, aber die Prüfungslogik dahinter kennen wir aus anderen Nachweisführungen. Wenn Sie klären möchten, wie weit Ihr Unternehmen bei Inventar, Risikobewertung und Migrationsplan steht, sprechen wir gerne darüber.

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